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Weingut Familie Pitnauer
Weinbergstr. 4-6, A-2464 Göttlesbrunn
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Magazin

Neuigkeiten von unserem Weingut, unseren Weinen und noch mehr zur Geschichte und Entstehung unseres Traditionsbetriebes.


Die Geschichte des Bienenfressers

Edith und Hans Pitnauer über die Anfänge ihres Kultweins

20. November 2023Interview

Sie haben mit dem Zweigelt Bienenfresser® Rotweingeschichte in Österreich geschrieben. Wie kam dieser Vogel in ihr Leben?

Hans: Die Geschichte des Bienenfressers begann Anfang der Achtziger Jahre. Damals wurden die ersten Exemplare dieses seltenen, exotischen Vogels bei uns in Göttlesbrunn gesichtet. Wir waren von Anfang an fasziniert von ihm. Der Bienenfresser brütet, nistet und zieht seine Jungen bei uns auf und fliegt dann wieder nach Afrika, bis zum nächsten Frühjahr. Ein ganz neuer Vogel! Von den Schwalben haben wir es gewusst, aber dass es den Bienenfresser gibt, das war eine echte Sensation, auch für die Ornithologen aus ganz Europa, die dann zusammengelaufen sind und ihn hier studiert haben. Es waren damals 27 Brutpaare publiziert. Der Bienenfresser lebt in Erdhöhlen und braucht ein besonderes Klima und weil wir im Carnuntum ein besonderes Klima und einen besonderen Boden haben, haben wir auch einen besonderen Wein. So kamen wir dann auf den Weg, unseren besten Zweigelt nach diesem Vogel zu benennen, der uns bis heute als Wappentier fungiert und zur Familie Pitnauer gehört.

Bienenfresser Kultwein Weingut Pitnauer Göttlesbrunn

Was ist das Geheimnis des Bienenfresser-Erfolgs?

Hans: Das Geheimnis des Bienenfresser Erfolgs ist ganz einfach: Wir dürfen es nicht verraten. – PAUSE – Hans und Edith lachen.

Hans: Naja, also der Erfolg basiert sicherlich auf den besonderen Lagen in Göttlesbrunn, wo sich der Zweigelt sehr, sehr wohl fühlt. Wo die Böden wie geschaffen sind für Zweigelt und das Klima natürlich auch. Sicher ist auch, dass das viele Zutun des Winzers und der Winzerin in den Weingärten zum Erfolg beiträgt. Bei uns wird schon im Frühjahr auf die Qualität geachtet.

Wenn die Qualität nicht vom Weingarten kommt, kann man sie im Keller nicht mehr reparieren.

Edith: Das wichtigste ist die Qualität der Trauben, die im Weingarten entsteht. Dafür bin ich zuständig. Wenn diese einmal heimkommt, dann geht es mit der Arbeit meiner Männer im Keller weiter.

Hans: Bei der Herstellung ist die Ertragsreduktion, die grüne Ernte wichtig. Wir lassen nur die besten Trauben bis zur Reife am Stock. Und auch die selektive Handlese ist wichtig. Dabei wird jede Traube genau auf schadhafte, kaputte Beeren untersucht und geschaut, ob alle Beeren, insbesondere der innere Teil noch gut ist.

Edith Pitnauer am Traktor. Rotweinpionier Österreich. Zweigelt Trauben. (c) Lisi Lehner Fotografie

Edith Pitnauer bei der Zweigelt Ernte

Wie verhält sich der Bienenfresser im Weingarten?

Edith: Zweigelt ist eigentlich eine problemlose Sorte. Wenn man ihn nicht am Stock reduziert, hat man nur roten Wein und keinen Rotwein.

Hans: Der Zweigelt ist ein Massenträger, genauso wie alle anderen Sorten wie zum Beispiel Cabernet oder Merlot. Wenn man Qualität produzieren will, dann muss man den Ertrag reduzieren.

Edith: Die Bienenfresser-Vögel hören wir meist nur im Weingarten. Sie haben einen ganz spezifischen Laut, ein heller, flötentrillerartigen Ruf. Im Frühling freuen wir uns immer sehr, wenn die Bienenfresser zurück sind und uns im Weingarten bei der Arbeit mit ihren Rufen begleiten.

Wann wurde der erste Zweigelt am Weingut gepflanzt?

Hans: Wir haben kurz nach unserer Hochzeit 1979 unseren ersten Zweigelt gepflanzt. In der Lage Bärnreiser. Wir haben damals mit dem Zweigelt auf der Bundesweinmesse in Krems und auch in Laibach Medaillen gewonnen. Da waren wir immer vorne dabei und erhielten viel Aufmerksamkeit. 1985 war der Zweigelt schon Falstaff-Sieger, das war der Jahrgang unseres Sohnes Johannes. Damals hieß er noch nicht Bienenfresser, aber allen war klar, dass hier etwas Besonderes heranwächst. Der Name Bienenfresser wurde 1986 das erste Mal auf die Etiketten gedruckt. Damals schon als geschützte Marke.

Wieso eine eingetragene Marke?

Edith: Wir haben 1986 die Marke Bienenfresser® registrieren lassen. Ich habe zu der Zeit bei einem Patentanwalt gearbeitet, bevor ich geheiratet habe. Dadurch habe ich gewusst wie das funktioniert und das es wichtig ist, um nicht kopierbar zu sein. Der Bienenfresser® war einer der ersten Markenweine in Österreich. Der Bienenfresser® wird nach wie vor immer wieder nachgemacht. Auch international.

Wie war der Verlauf des Bienenfressers® seit 1986?

Hans: Wir haben seit 1986 bis heute jedes Jahr einen Bienenfresser® abgefüllt und haben mit den Weinen im Laufe der Jahre fast alle Preise gewonnen, die es zu gewinnen gibt. Das zeigt die Breite, die dieser Wein abdeckt.

Edith: Jedes Jahr hat seine Herausforderungen. Das eine mehr als das andere. Was uns als Winzer im Verlauf der Jahre aber immer begleitet ist die Sicherheit, dass jedes Jahr anders ist. Es fängt mit der ‚Gfria‘ an und begleitet uns das ganze Jahr über bis die Trauben im Presshaus sind.

Hans: Einen guten Winzer macht aus, dass er sich auf den Verlauf des Jahres einstellen kann. Rechtzeitig erkennt, wenn etwas zu tun ist.

Edith: Im “sich darauf einstellen können” ist unser Junior Johannes wirklich sehr gut. Er weiß immer genau wann was zu tun ist.

Bienenfresser im Laufe der Zeit. Neue Eitketten gestaltet von Alessandri Design. Rotwein und Design. Weingut Pitnauer im Carnuntum. Wein aus Österreich.

Etiketten Relaunch (c) Alessandri Design

Was zeichnet den Zweigelt aus Carnuntum aus?

Hans: Der Zweigelt aus Carnuntum ist eine Besonderheit. Wir haben nicht das heiße Klima wie östlich von uns das Burgenland, wo auch die Nächte wärmer sind. In der Nacht wehen bei uns kühlere Winde aus ca. 1.000 ha Eichenwäldern. Die Temperaturschwankungen von Tag/Nacht sind bekanntlich sehr wichtig für die Aromaeinlagerung. Außerdem wird die Säure weniger ‚veratmet‘, der Wein wird viel, viel feiner, besser haltbar und bleibt sehr fruchtig.

Wie würden Sie die Stilistik des Bienenfressers® beschreiben?

Hans: Der Bienenfresser® spiegelt seine Herkunft Österreich und Carnuntum wider. Viele glauben, dass der Bienenfresser® eine Cuvée ist, dabei ist es Zweigelt in Reinkultur.

Die Rebsorte Zweigelt kann viele Spielarten haben: Vom einfachen Tischwein bis zum herausragenden, dichten Rotwein, der auch Lagerpotential hat.

Die Aromatik unseres Bienenfresser® ist geprägt durch dunkle Kirschen. Reife Frucht, leicht süßlich. Die Süße hat aber nur mit Extraktsüße zu tun, nicht mit Restzucker. Und die leichte Säurespitze im Wein ist für die Harmonie ausschlaggebend und auch verantwortlich dafür, dass man lange Freude am Wein hat, denn im gereiften Zustand bringt sie den gewissen Kick am Gaumen. Es gibt nichts faderes als zu milde Rotweine. Wir arbeiten vorwiegend mit gebrauchten Fässern, deshalb ist am Gaumen der Barrique-Ausbau nur sehr dezent spürbar. Ich vergleiche das immer wie beim Kochen. Es darf nichts hervorstechen. Man soll kein Holz schmecken.

Wann wird im Hause Pitnauer ein Bienenfresser® aufgemacht?

Edith: In der Herbstzeit oder speziell zu Weihnachten, wenn viele Gäste im Haus sind. Zum Weihnachts-Gansl funktioniert er sehr gut.

Kann der Bienenfresser® reifen?

Hans: Der Bienenfresser hat ein sehr gutes Lagerpotential und wird in den ersten 5 – 7 Jahren besser. Dabei muss man Geduld zeigen. Wein ist kein Kracherl, dass man nach Rezept macht. Jeder Jahrgang ist anders. Ich empfehle den Weinliebhabern immer, sich langsam vorzutasten und immer wieder zu probieren. Es wäre falsch, einen Wein zu lagern und ihn erst nach 10 Jahren zu probieren. Es ist wichtig, seinen Verlauf zu beobachten. Manche Weine haben auch irgendwann einen Tiefpunkt in der Lagergeschichte. Aber es kann dann wieder sehr steil nach oben gehen und zu ungeahnten Höhen kommen.

Bienenfresser können altern. Lagerfähigkeit Rotwein aus Österreich.

Bienenfresser Jahrgang 1989

Wann ist der Wein am besten zu trinken?

Hans: Eine Beobachtung, die wir gemacht haben ist, immer wenn ein Wein aus ist, ist die Nachfrage am größten. Das heißt wiederum, er wird zumeist zu jung getrunken. Meine Erfahrung ist, so zwischen 5 und 7 Jahren ist er am besten zu trinken. Den Weinliebhabern empfehle ich auch ihn mit 10 und 15 Jahren zu probieren, aber das ist dann nur für echte Liebhaber. Man muss sich wirklich mit dem Wein beschäftigen.

Was serviert man zum Bienenfresser®?

Edith: Ich würde sagen, den kann man überall dazu trinken. Ich würde ihn auch zum Fisch servieren.

Eine saftige Weihnachtsgans zu einem reifen Bienenfresser®, das kann schon was.

Edith: Oder der Bienenfresser® als Solist – ein Achterl, nur so am Abend. Wenn man einen Gusto hat.

Hans: Das ist die Bienenfresser-Diät.

  • Die Geschichte des Bienenfressers (Beeeater Beecatcher). Hans und Edith Pitnauer, Rotweinpioniere aus Carnuntum. Ausgezeichneter Wein. Fallstaff, Vinaria, A la Carte, Robert Parker

 

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